Kommune und Sport

Freizeit- und Sportangebote sind für den sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft elementar.
Sportvereine bringen Menschen jeglichen Alters und jeglicher Herkunft in Kontakt und sorgen für ein abwechslungsreiches, gesundheitsförderndes und bezahlbares Freizeitprogramm in den Städten und Gemeinden. Es muss Aufgabe der Kommunen sein, diese Arbeit zu unterstützen.
Dies muss gezielt und in enger Zusammenarbeit mit den Vereinen erfolgen.
Neben der finanziellen und infrastrukturellen Unterstützung durch die Kommune gilt es, die Sportvereine in die Zukunftsgestaltung vor Ort einzubinden.
Beim Thema Gesundheit wird den Sportvereinen eine zentrale Aufgabe zuteil.
Sportliche Betätigung und körperliche Bewegung haben große Auswirkungen auf das Wohlbefinden
des Menschen. Sportliche Aktivitäten sind wichtiger Bestandteil im Rahmen der Gesundheitsprävention, welche in einer älter werdenden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Für eine effektive und für jeden bezahlbare Gesundheitsprävention ist die Zusammenarbeit
von niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern, Rehabilitationszentren, Pflegeeinrichtungen und Sportvereinen unerlässlich. Die Kommune hat die Aufgabe, hierbei koordinativ zu wirken, damit für Jung und Alt ein attraktives Gesundheitsprogramm gewährleistet ist.
Zurzeit leben 7,5 Millionen Ausländer in Deutschland. In den nächsten zehn Jahren werden voraussichtlich acht Millionen hinzukommen. Für unsere Gesellschaft bedeutet dies Herausforderung und Chance zugleich.
Um die Herausforderungen meistern und die Chancen nutzen zu können, ist ein breit angelegtes Integrationskonzept notwendig. Vor allem in den Städten und Gemeinden ist Integration entscheidend für das friedliche Zusammenleben der Bevölkerung.
Seit Jahrzehnten machen Sportvereine viele gute Erfahrungen bei der Integration.
Nicht nur im Spitzensport sind ausländische Sportlerinnen und Sportler fester Bestandteil des Vereinslebens, auch im Breitensport ist die Einbeziehung ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger eine alltägliche Selbstverständlichkeit. Diese langjährigen Erfahrungen vor allem auch im Bereich der Jugendvereinsarbeit – sind für ein nachhaltiges Integrationskonzept unverzichtbar und müssen genutzt werden. In Kooperation zwischen der öffentlichen Hand, den Sportvereinen und anderen Trägern gilt es, Vorurteile abzubauen und ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe zu bestärken.
Die Bedeutung des sportlichen Gedankens für ein respektvolles und friedliches Zusammenleben
von Menschen unterschiedlicher Herkunft ist dabei kaum zu überschätzen. Diese Integrationsbemühungen
und -erfolge der Sportvereine müssen selbstverständlich auch finanziell unterstützt werden.
Sport, Spiel und Bewegung sind wichtige Bestandteile für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Der Vereinssport trägt auch hier neben den staatlichen Bildungseinrichtungen eine große Verantwortung.
Bei der Organisation von Ganztagsschulen werden den Vereinen immer mehr Aufgaben aufgebürdet. Auf den ersten Blick haben die Aktivitäten der Sportvereine im Rahmen der Ganztagsschulangebote nur Vorteile.
Oft wird aber vergessen, die Sportvereine für dieses zusätzliche – oftmals ehrenamtliche – Engagement auch finanziell besser auszustatten. Gemeinnützige Sportaktivitäten sind aufgrund ihrer Erfahrungen nicht als billiger Ersatz für professionelle Betreuung, sondern als eine gleichwertige Ergänzung zu sehen.
Dies muss auch entsprechend honoriert werden.
Grundsätzlich ist der Sportstättenbau Aufgabe der öffentlichen Hand. Er darf allerdings nicht weiter isoliert geplant und durchgeführt werden. Eine nachhaltige Sportstättenentwicklung muss sich an den Bedürfnissen eine Kommune orientieren. Die gemeinnützige Sportbewegung steht im Mittelpunkt der Gesellschaft, daher muss auch deren bauliche Entwicklung in eine Zukunftsplanung der Kommune eingebettet werden. Die Sportentwicklungsplanung muss Querschnittsaufgabe der Kommune sein. Nur durch eine integrierte kommunale Gesamtplanung im Sport kann eine nachhaltige Entwicklung gewährleistet werden. Dazu ist die so genannte Kooperative Planung, die
Infra- und Angebotsstruktur sowie Organisationsformen zusammenbringt, ein unterstützenswertes
Mittel.
Sascha Binder, Geislingen