Mehr Demokratie wagen.

"JGR" – Jugendgemeinderat
Jugendgemeinderäte geben jungen Menschen eine Stimmen.
Was in vielen Städten bereits Realität ist, ist in anderen noch undekbar: Ein Jugendgemeinderat.
Doch vorallem dort, wo sich Verwaltung und Gemeinderat gegen einen solchen stemmen, scheint er nötiger zu sein, denn je.
Es gab in der Geschichte der Jugendarbeit verschiedene Möglichkeiten junge Menschen an den Belangen einer Stadt zu Beteiligen. Man gründete Arbeitskreise, Jugendforen oder der Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister schaute einmal im Jahr in einem Jugendhaus vorbei.
Was hatten diese Formen der Partizipation gemeinsam?
Die jungen Menschen hatten in Wahrheit, bei den wesentlichen Fragen nichts mit zu entscheiden und Beteiligung fand statt auf Belieben des Bürgermeisters, der Verwaltung oder des Gemeinderates – aber nicht, dann wann es die jungen Menschen selber für wichtig erachteten.
Dies ist bei einem Jugendgemeinderat anders.
Ein Jugendgemeinderat ist ein Gremium, dass, wenn er einmal eingeführt und gewählt ist, eigenständig arbeiten kann, sich zu Wort melden, Initiative anstoßen, Veranstaltungen machen und Anträge schreiben kann.
Er führt junge Menschen an Politik, an Kommunalpolitik heran und gibt ihnen eine Garantie, dass die Stimme der Jugend in der Stadt vertreten ist, dazu ist es auch wichtig, dass der Jugendgemeinderat Stimm- und Rederecht im Gemeinderat genießt, denn junge Menschen brauchen dieses Mittel auch den Verantwortlichen unmittelbar zu sagen, wo der Schuh drückt, wo Missstände sind und wie man eine gute Lösung für den Nachswuchs in der Kommune organisieren kann.
Sicherlich, gab es in der einen oder anderen Stadt auch Probleme, dass nur Gymnasiasten in den Gremien saßen oder sich niemand fand, der sich zur Wahl stellen lassen wollte. Doch dies sind Probleme, die mit einer guten, auf die Stadt angepassten Konzeption und Betreuung vermieden werden können. So wurde in Böblingen, die quotierte Mehrheitswahl eingeführt. Die bedeutet, dass die verschiedenen Schulen, je nach Schüleranzahl eine gewisse Zahl an Mandaten zusteht, sowie den Vereinen eine Gesamtzahl und eine Anzahl für nichtorganisierte Jugendliche. Dieses Verhältnis ist festgesetzt, wobei es dann an den Schulen eigene Schullisten gibt, sowie eine Vereinsliste und eine freie Liste. Diese Listen sind vergleichbar wie die Kommunalwahllisten. Jeder kann jeden wählen, die Kandidaten, die die meisten Stimmen auf ihrer Liste erhalten sind in den JGR gewählt. Dies garantiert eine Anbindung an die Schulen und Vereine, die wesentlich sind für eine gute Jugendvertretung in einer Stadt oder Gemeinde. Vorallem garantiert es, dass jugendliche, egal auf welcher Schule sie sind, noch welchen persönlichen Hintergrund sie haben, an dem Geschehen Böblingens teilnehmen können. Die Jugendgemeinderäte sind ganz verschieden, haben andere Lebenswelten in einer Stadt, doch sie eint das Ziel etwas für die Kommune und für ihre Wählerinnen und Wähler zu erreichen.
Jugendgemeinderäte sind für eine Stadt nicht immer bequem, aber wichtig.
Sie bedeuten ein Stück mehr an innerstädtische Demokratie, denn junge Menschen lassen sich nur für Politik und ihre Stadt begeistern, wenn sie eine Garantie haben, dass sie auch gehört werden.
Florian Wahl,
Stadtrat für Böblingen
Tags: Jugendgemeinderat, Partizipation
26. November 2008 at 03:40
[...] es ein Wörterbuch für Kommunalpolitik und eine Umfrage. Ein Blick in die Themen: Egal ob Jugendgemeinderat und Partizipation, Kommune und Sport, oder auch AIDS / HIV, Kommunalpolitik wird schon in einer erstaunlichen Breite [...]