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Junge Leute müssen sich einmischen

Podiumsdiskussion „Jugend in der Kommunalpolitik – Einmission possible“ am Samstag in Aalen

„Jugend in der Kommunalpolitk – Einmission possible“ fordern die Jusos (Jungsozialistinnen und Jungsozialisten) Baden-Württemberg und meinen damit „einmischen ist möglich“. Eine Podiumsdiskussion im Aalener „Frapé“ sollte dies verdeutlichen. Und wirklich: Etwa 50 junge Leute kamen dort am Samstagabend zusammen, um über Jugendpolitik und Jugendbeteiligung zu diskutieren.
Sie diskutierten am Samstag im Aalener „Frapé“ über Politik für junge Leute und von jungen Leuten (von links): Simon Abraham (Vorsitzender des Jugendgemeinderats Schwetzingen), Ariane Zürn (Stadträtin in Stuttgart), Daniela Bohner und Florian Beißwanger (Moderatoren und Jugendredakteure), Albrecht Schmid (Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion in Aalen) sowie Sarah Schneller (Vorsitzende des Kreisjugendrings Ostalb). (Fotos: Peter Hageneder)

Aalen. Frederick Brütting, Stellvertretender Juso-Landesvorsitzender und ursprünglich aus Neresheim, hatte zum Einstieg einen Film mitgebracht, in dem Juso-Mitglieder darstellen, wie sich junge Leute ins politische Geschehen in Stuttgart mit Erfolg einbringen.
Und was ist auf der Ostalb möglich? Das wollten Daniela Bohner und Florian Beißwanger, Jugendredakteure dieser Zeitung, anschließend als Moderatoren des Abends von den Gästen auf dem Podium wissen, von: Simon Abraham (Vorsitzender des Jugendgemeinderats Schwetzingen), Ariane Zürn (Stadträtin in Stuttgart), Albrecht Schmid (Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion Aalen) und Sarah Schneller (Vorsitzende des Kreisjugendrings Ostalb).
„Dem Kreisjugendring ist es besonders wichtig, eine breite und vielschichtige Masse an Jugendlichen anzusprechen“, erklärte Sarah Schneller. Ihre Antwort auf die Frage, ob es wohl für Jugendliche in Aalen genügend Möglichkeiten gibt, um sich in die Politik einzumischen, klang deutlich pessimistischer: „Jugendliche können so viel planen und so viele Ideen haben, wie sie wollen – es bringt ihnen jedoch nichts“, betonte Sarah Schneller. „In Entscheidungen werden sie nie miteinbezogen. Das finde ich sehr schade.“
Auch Albrecht Schmid plädierte dafür, Jugendlichen mehr Möglichkeiten zum Einmischen zu geben: „Es geht um die Gestaltung der Zukunft, vor allem um die Zukunft der Jugendlichen“, sagte er. Als Lehrer am Theodor-Heuss-Gymnasium Aalen beobachte er, dass zwar die SMV Ausflüge organisiere. „Aber eine größere Verantwortung wie die Sauberhaltung des Schulgeländes oder Ähnliches wird den Schülern nicht zugesprochen und auch von den Jugendlichen selbst überhaupt nicht eingefordert.“
Ariane Zürn, die bereits als 22-Jährige im Stadtrat von Stuttgart saß, machte die Moderatoren neugierig: Wie sie das denn schaffe? Ihre Antwort: „Klar, dass darunter natürlich mein Studium litt, auch Familie und Freunde leiden darunter.“ Man müsse sehr viele persönliche Abstriche machen und Zeitmanagement lernen. Aber die Arbeit sei eine Bereicherung. Ihr Rezept für mehr Jugendbeteiligung: „Junge Menschen mögen keine Hinhaltetaktik. Um sie zu begeistern, muss man immer ein Resultat ans Ende stellen.“ Jugend sei eine „Zeit des Sturms und Drangs.“

Jugendgemeinderat muss her
Heftig diskutiert wurde über einen Jugendgemeinderat. Denn solch ein Gremium sei doch wichtig, um sich etwa um Jugendhäuser, den Nachttaxi-Verkehr oder verschiedene Veranstaltungen zu kümmern. In Schwäbisch Gmünd gibt’s einen, warum gibt’s in Aalen noch keinen? Albrecht Schmid hatte schnell die Antwort parat: „Damals, als diese Frage im Raum stand, wehrte sich die Jugendvertretung – der Stadtjugendring – vehement dagegen und ich musste mich für diesen Vorschlag sogar noch regelrecht beschimpfen lassen.“ Er denke jedoch, „dass wir nächstes Jahr nochmal einen Anlauf starten könnten“. Schallender Applaus des Publikums war damit Albrecht Schmid sicher und eines war klar: Junge Leute müssen sich einmischen.
CORINNA GRABATIN UND LARISSA HÜBENER, Jugendredaktion Schwäbische Post

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