Stadtjugendring - jung und unabhängig?

Darf eine Podiumsdiskussion des Stadtjugendrings für Jugendliche in Wahlkampfzeiten im Rathaus stattfinden ?

Letztere Frage war vor kurzem ein heißes Thema in Aalen. Der Stadtjugendring ( SJR ) hatte, wie vor jeder Wahl, jetzt auch zur Kommunalwahl eine Podiumsdiskussion für Jugendliche im Rathaus geplant. Der Oberbürgermeister der Stadt Aalen erteilte der Podiumsdiskussion Hausverbot für das Rathaus, obwohl er in seinem eigenen Wahlkampf daran selber teilgenommen hatte. Fairerweise muss man hier dazu sagen, dass er dies auf Grund der Drohung mit einer Wahlanfechtung eines Einzelstadtrates, der generell die Arbeit des Gemeinderates in Aalen blockiert und belastet, tat.
Leider funktioniert die Kommunikation zwischen SJR und OB nicht besonders gut, ansonsten hätte es dieses Hin und Her gar nicht gegeben. Nachdem sich der OB Schützenhilfe aus dem Regierungspräsidium geholt hatte, war die Sache gelaufen. Der SJR musste klein beigeben, der OB erlaubte dem SJR netterweise die Podiumsdiskussion im Haus der Jugend abzuhalten.
Aber was sagt das uns jetzt generell?

Erstens muss die schlechte Kommunikation, nicht nur in Aalen, zwischen Jugendvertretern und Stadtverwaltung verbessert werden. Es kann nicht sein, dass die Kommunikation nur über Briefwechsel funktioniert.
Zweitens muss sich der SJR mal fragen, ob er Ernst genommen wird. Leider hat der SJR es in den letzten Jahren versäumt sich eine wichtige Stellung in der Aalener Jugendpolitik zu erarbeiten. Der Stadtjugendring ist ein Bündnis von verschiedenen Vereinen aller Art und Institutionen (z.B: SMV ; Feuerwehr ). Hier aber ist schon einer der Haken. Die Vereine sind zwar in ihm Mitglied aber bei den Jugendlichen der Vereine kommt das politische Engagement des SJR oft gar nicht an. Der SJR und das Haus der Jugend ( HdJ) als Standort sprechen nur ein gewissen Tel der Jugendlichen an. Das sind meistens die Jugendlichen, die eben in der Nähe des HdJ wohnen. Jugendliche der Stadtbezirke werden so oft gar nicht angesprochen. Weiter kommt hinzu, dass der man leider oft das Gefühl hat der SJR will sich nicht so recht für die Jugendlichen einsetzen. Für uns JUSOS ist es demnach völlig unverständlich wie man als Vertretung der Jugendlichen gegen einen Jugendgemeinderat sein kann. Der SJR muss davon abkommen sich als althergebrachte Institution zur Durchführung der Jugendarbeit zu sehen. Mehr Jugendbeteiligung am SJR täte der Jugendpolitik unserer Stadt gut. Zum Beispiel könnte man das Politikfrühstück für Jugendliche attraktiver gestalten. Es wäre schön wenn der SJR in Zukunft auch die Kontakte zu den Jugendorganisationen der Parteien verstärkt und nicht eine Politik der gespielten Neutralität vorgibt (Im Vorstand des SJR in Aalen sitzt ein Vorstandsmitglied der JU Ostalb ). Der SJR muss Anwalt der Jugendlichen und nicht ein schlecht funktionierendes Sprachrohr der Stadtverwaltung zu den Jugendlichen sein.

Es muss die Lust da sein, etwas zu bewegen. Lasst uns diese Lust in die Rathäuser und Jugendhäuser Baden-Württembergs reintragen, spätestens am 7. Juni !!!

Jakob Bubenheimer, Aalen-Wasseralfingen

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